Heilung von Patienten im medizinischen Kontext beginnt mit gelungener heilsamer Kommunikation. Über wohltuende und stärkende Sprache kann Heilung unmittelbar entstehen oder Heilverläufe positiv beeinflusst werden. Sprache ist eines der wichtigsten Werkzeuge in der Therapeuten – Patienten Beziehung. Dr. Stefan Junker erklärt in diesem Beitrag, wie heilsame Kommunikation gelingen kann.

„Gute Kommunikation zwischen Behandlern und Patienten ist der grundlegendste und wichtigste medizinischer Wirkfaktor. Die moderne Hypnotherapie stellt das sprachliche (und auch non- und paraverbale) Werkzeug zur Verfügung, um Kommunikation gezielt und für den Patienten so optimal wie möglich einzusetzen – als wertvollen Teil der medizinischen Behandlung.

Falsche Kommunikation kann, gerade in medizinischen Kontexten, psychischen und körperlichen Schaden zufügen. In der Wissenschaft ist dies unter dem Schlagwort „Nocebo-Effekt“ bekannt. Der unprofessionelle, unbedachte Einsatz von Sprache kann Schmerzen verursachen, Heilverläufe massiv behindern und Komplikationen hervorrufen.

In ungewohnten Kontexten, sowie in Notsituationen, bei Stress durch Erkrankungen, unter dem Eindruck von Schmerzen, Krankheit oder gar Angst sind Menschen besonders suggestibel. Das heißt, sie sind empfänglich für Botschaften, welche die Wahrnehmung und das Erleben stark beeinflussen können. Dieser Einfluss zeigt sich nicht nur im subjektiven psychischen Befinden, sondern hat Auswirkungen auf harte physiologische Parameter. Mittlerweile konnte in zahlreichen Studien wissenschaftlich nachgewiesen werden, dass durch den gezielten Einsatz hypnotherapeutischer Sprachmuster wichtige medizinische Größen sehr positiv beeinflusst werden können. So z.B. die Aktivität des Immunsystems, die Neigung zu Übelkeit und Erbrechen, der Bedarf an Schmerzmitteln, das Ausmaß und die Stärke von Blutungen, Schwellungen von Gewebe, die Wundheilung, sowie Puls und Blutdruck.

In Kliniken und anderen medizinischen Einrichtungen gilt es, gesundheitsförderliche kommunikative Umgebungen zu gestalten. Nehmen wir als Beispiel einen operativen Eingriff in der Klinik. Eine ganze Reihe von Menschen wirken an dieser kommunikativen Umwelt mit: die aufnehmenden Ärzte, die Pflegekräfte, die den Alltag begleiten; der Anästhesist, der über die Narkose aufklärt; die Chirurgen, die über den Eingriff aufklären; die Menschen, die den Patienten zur OP abholen, das Personal im Einleitungsraum, und später im Aufwachraum ­– unglaublich viele Menschen sind an dieser kommunikativen Umgebung beteiligt. Es ist klug, möglichst frühzeitig geschickt die Ressourcen des Klienten zu aktivieren und für diesen ganzen Verlauf nutzbar zu machen.

Neben den beschriebenen positiven körperlichen Auswirkungen fühlen sich Patienten, die durch hypnotherapeutische Kommunikation begleitet werden, deutlich wohler. Sie können auch unter den Belastungen durch Erkrankungen oder dem Stress einer medizinischen Notsituation gut auf ihre hilfreichsten Persönlichkeitseigenschaften, ihre jeweiligen Fähigkeiten und ihre guten Erfahrungen zugreifen. Und die Patienten erleben eine gute, vertrauensvolle Beziehung zu ihren Behandlern, ÄrztInnen, Pflegekräften und TherapeutInnen. Sprache ist der Werkstoff, aus dem menschliche Beziehungen gewebt werden. Und hypnotherapeutische Kommunikation ist der feinste, beste Stoff, um Patienten ein Netz zu weben, das sie gut durch den modernen medizinischen Alltag trägt.“

Quelle: Hypnose.de

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