Jede Form der Hypnose ist immer eine Form der Selbsthypnose. Selbsthypnose kann als wirksame Form der Selbsthilfe umgesetzt werden. Maria Schnell erläutert in diesem Beitrag, wie Selbsthypnose funktioniert und wie Selbsthypnose von jedem erlernt werden kann.

Selbsthypnose

„Selbsthypnose umfasst eine Vielzahl von Vorgehensweisen und Techniken aus der Hypnotherapie, die eigenständig als eine Form der Selbsthilfe umgesetzt werden. Im Unterschied zu Entspannungs- und Meditationsstrategien führt Selbsthypnose nicht nur zu einem Zustand von Gelassenheit und Loslösung vom Alltag, sondern ermöglicht, mental Themen zu bewältigen oder Ziele zu verfolgen. So kann Selbsthypnose angewendet werden, um z.B. Schmerzen zu lindern oder innere und äußere Konflikte zu klären.

In der Selbsthypnose erfolgt die Induktion (Einleitung einer Trance) selbstständig, und dieser Trance-Zustand wird für individuelle Veränderungsprozesse genutzt. Dabei wird die Aufmerksamkeit fokussiert und nach innen gerichtet wird, um in eine positive, hilfreiche, innere Erfahrung einzutauchen, und es werden vorher erarbeitete Auto-Suggestionen (innere Worte oder Sätze) und Visualisierungen (innere Bilder) aktiviert, denn körperliche und psychische Vorgänge können durch Vorstellungen und Suggestionen beeinflusst werden.

Das Tranceerleben impliziert zwar ein Loslassen, letztendlich wird aber angestrebt, mehr Bewusstheit und damit auch Kontrolle auf der unbewussten, unwillkürlichen Ebene zu erreichen.

Erlernen von Selbsthypnose

Das Erleben von Ressource-Erfahrungen ist, ebenso wie das Auffinden wirksamer Suggestionen und Bilder, naturgemäß individuell. Daher bedarf es, um Selbsthypnose erfolgreich zu praktizieren, maßgeschneiderter Strategien. Psychologische oder Ärztliche PsychotherapeutInnen, die Selbsthypnose anbieten, sollten fachlich gut ausgebildet sein, um den persönlichen Bedürfnissen, Kompetenzen und Umständen ihrer KlientInnen auf differenzierte Weise gerecht zu werden. In einem Training von einer oder mehreren Sitzungen, auch unabhängig von einer Psychotherapie, werden konkrete Strategien, z.B. zur Stärkung des Wohlbefindens oder zur Veränderung psychosomatischer Symptome, erlernt. Um vom Alltagmodus umzuschalten, ist eine Kombination verschiedener Techniken hilfreich, und mit zunehmender Übung wird der Trancezustand schneller und automatischer erreicht. Im weiteren Verlauf kann das Vorgehen auf andere Probleme und Themen ausgeweitet werden, so dass Selbsthypnose längerfristig einen „Handwerkskoffer für alle Lebenslagen“ umfassen kann.

Anwendung von Selbsthypnose

Selbsthypnose kann bei der Bewältigung sämtlicher klinischer Symptome und Probleme eingesetzt werden, um den therapeutischen Prozess zu unterstützen oder nach der Behandlung fortzuführen, z.B. bei Ängsten, Depressionen oder traumatischen Erfahrungen.

Hilfreich ist Selbsthypnose bei Symptomen, die Körper und Seele betreffen, z.B. bei psychosomatischen Symptomen und Schmerz.

Im medizinischen Kontext fördert die Nutzung von Selbsthypnose nachweislich das Wohlbefinden der KlientInnen und ermöglicht eine Reduzierung von Schmerzmitteln, z.B. bei der Vorbereitung und Durchführung von Operationen und medizinischen Untersuchungen.

Mit der Trance als einem inneren Freiraum jenseits des alltäglichen Funktionierens kann Selbsthypnose als eine Form der Selbstfürsorge verstanden werden.“

Quelle.: Hypnose.de

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