Dr Reinhold Bartl ist Leiter des Milton Erickson Institut in Insbruck und bietet einen interessanten biographischen Ansatz zur Selbst-Therapie mit Personen aus der eigenen Vergangenheit an, die eine wichtige Bedeutung für den eigenen Heilungsprozess haben. Über den inneren Dialog mit diesen bedeutsamen Figuren gelingt eine Verbindung mit heilsamen inneren Ressourcen.

„Der Begriff Hypnose ist in der Allgemeinöffentlichkeit meist mit der Vorstellung verknüpft, man könnte in psychische und emotionale Prozesse quasi „von außen“ (durch hypnotische Suggestionen) eingreifen und damit wirksam und nachhaltig ungewünschte Verhaltensweisen beenden.

Diese Vorstellung von Hypnose zeigt eine augenscheinliche Ähnlichkeit mit dem Erleben von Menschen, die sich selbst als abhängig (von sogenannten Suchtmitteln oder Verhaltensweisen) beschreiben: Abhängigkeiten gehen in aller Regel mit einem passiven Erleiden von Kontroll-, Autonomie- und Verantwortlichkeitsverlust für das eigene Handeln einher.

Diese Vorstellung von Hypnose zeigt eine augenscheinliche Ähnlichkeit mit dem Erleben von Menschen, die sich selbst als abhängig (von sogenannten Suchtmitteln oder Verhaltensweisen) beschreiben: Abhängigkeiten gehen in aller Regel mit einem passiven Erleiden von Kontroll-, Autonomie- und Verantwortlichkeitsverlust für das eigene Handeln einher.

Dieses passiv-rezeptive Verständnis von Hypnose ist nun nicht geeignet, für Menschen mit Abhängigkeitsproblemen hilfreich zu sein. Die betroffenen Menschen benötigen als zentrale Kompetenz die Fähigkeit, im Umgang mit dem Suchtmittel (oder dem Suchtverhalten) Einfluss und Kontrolle zu erhalten. Das Wiedererlangen von Einfluss, im Gegensatz zu Ausgeliefertsein und Ohnmacht, ist daher das zentrale Ziel therapeutischer Maßnahmen.   https://www.youtube.com/embed/BMEmDZT9W-A?autoplay=0&rel=0&enablejsapi=1&wmode=opaque

Dieses Ziel kann allerdings mit bewusst-willentlichen Prozessen allein erreicht nicht werden, weil das Suchterleben auch kein bewusst-willentlicher Prozess ist, sondern von den betroffenen Menschen überwiegend als unwillkürlich-vorbewusster Prozess beschrieben wird. Es sind nun gerade diese unwillkürlich-emotionalen Prozesse, die sich durch Konzepte und Methoden der modernen Hypnotherapie sehr gut ansprechen lassen. Hypnotherapie ist aus heutiger Sicht definiert als ein systematisches Arbeiten mit unwillkürlich-intuitiven, emotionalen Prozessen.  

Das innere Erleben von Menschen vor und während des Konsumverhaltens, z.B. während des Zugs an der Zigarette, des Kaufs von Kleidung, dem Nachgeben einer „süßen“ Verführung, ist meist mit emotional positiv besetzten Vorstellungen von Freiheit, Entspannung, Männlichkeit, Weiblichkeit, Selbstwert, Zufriedenheit, Attraktivität u.Ä.m. verbunden. Hier wird deutlich, dass das Konsumverhalten auf vorbewusst-emotionaler Ebene auf ein Anliegen, eine Sehn-Sucht verweist. Das (Konsum-)Mittel verspricht, ein erwünschtes, ersehntes Erleben auf eine sehr schnelle und einfache Weise zu erreichen: Wenn du mich konsumierst, so die Verheißung, bekommst du wonach du dich sehnst schnell, unaufwändig, ohne eigene Anstrengung und Direktverantwortung.

Mit Hilfe von hypnotherapeutischen Verfahren werden die dem Konsumverhalten zugrundeliegenden Sehnsüchte wieder sehr gut spürbar, was zu neuer Zuversicht führt: Die Betroffen verstehen zum einen besser, was ihre Suchtdynamik antreibt. Und sie kennen jetzt zum anderen die „Hausaufgaben“, die vor ihnen liegen: Gestaltung der berechtigten und bedeutsamen emotionalen Bedürfnisse, in eigener Verantwortung, ohne die schädlichen „abdämpfenden“ Nebenwirkungen des Konsummittels. Dies sind Chancen für einen Ausstieg aus vertrauten, aber nebenwirkungsreichen Lebensgewohnheiten und einen Gewinn von Lebensqualität und Lebensfreude.

Auch für dieses Ziel ist die Arbeit mit Hypnose ein sehr hilfreicher Zugang. Durch die Betonung der inneren Prozesse (Vorstellungskraft) werden Selbstwert, Selbstvertrauen und Zuversicht für Gelingendes unterstützt: Kompetenzen, die es möglich machen, dass Menschen wieder Mut fassen, sich Herausforderungen zu stellen und diese konstruktiv zu bewältigen.“

Quelle: Hypnose.de

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